Palliativpflege heute
Palliativpflege heuteSterbehilfe - Was geht und was nicht?

Sterbehilfe - Was geht und was nicht?

Wenn es darum geht, Menschen im Sterben zu begleiten und sie palliativ zu unterstützen, werden verschiedene Formulierungen verwendet. Achten Sie darauf, diese Begriffe nicht beliebig auszutauschen, da mit ihnen juristische Sachverhalte verbunden sind.

Es ist wichtig, die Begriffe der Sterbebegleitung richtig zu verwenden. Selbst Ärzten ist nicht immer klar, ob bestimmte Interventionen den Tatbestand der aktiven, passiven oder der indirekten Sterbehilfe erfüllen. Das führt dann dazu, dass auch legale Formen der Sterbehilfe, z. B. Morphingabe bei Luftnot, abgelehnt werden, obwohl sie von den Betroffenen gewünscht sind.

Unterscheiden Sie verschiedene Formen der Sterbehilfe

Schon in den 1980er Jahren wurde nach einem passenden Begriff gesucht, wenn es darum ging, einem Sterbenden zu helfen. Die Alternativen reichten von den Begriffen Sterbegeleit, Sterbebeistand, Sterbehilfe bis zur Euthanasie. Insbesondere Letzterer hat sich in Deutschland nicht durchsetzen können, da er durch den Nationalsozialismus belastet ist. Im Hinblick auf den Begriff „Sterbehilfe“ können verschiedene Bedeutungen unterschieden werden: Sterbebegleitung, Sterbebeistand oder Hilfe zum Sterben. Der Gesetzgeber unterscheidet folgende Tatbestände.

Klicken Sie hier!

1. Passive Sterbehilfe

Unter der passiven Sterbehilfe ist ein Sterbenlassen zu verstehen. Lebenserhaltende Maßnahmen werden weder eingeleitet noch fortgesetzt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass auch palliative Maßnahmen unterlassen werden. Im Gegenteil: Diese werden verstärkt.

2. Aktive Sterbehilfe

Bei der aktiven Sterbehilfe ist der Todeseintritt gewollt. Er wird absichtlich und aktiv beschleunigt. Die eigentliche Tatherrschaft liegt bei einem Dritten und nicht bei dem Betroffenen. Die aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten.

3. Indirekte Sterbehilfe

Bei der indirekten Sterbehilfe wird versucht, ein Leiden zu lindern - unter Inkaufnahme einer nicht gewollten Lebensverkürzung. Selbstverständlich ist die Leidenslinderung zulässig, ja sogar gefordert. Tritt hingegen durch die beabsichtigte Leidenslinderung nicht beabsichtigt der Tod ein, so ist dieses nicht strafbar.

Das sollten Sie über die Beihilfe zum Suizid wissen

Da der Suizid nicht strafbar ist, kann es auch die Beihilfe dazu nicht sein. In der Praxis angewendet, bedeutet dies konkret, dass dem Suizidwilligen z. B. ein entsprechendes Medikament bereitgestellt worden ist. Dieses müsste er allerdings mit Todesabsicht selbst zu sich nehmen. Somit liegt die Tatherrschaft bei dem Betroffenen.

Schwierig ist es allerdings in konkreten Situationen, wenn die Beihilfe geleistet worden ist. Sie anschließend den Betroffenen weiterhin im Sterben begleiten möchte, dann jedoch nicht interveniert, wenn der Tod eintritt.

Hierin kann eine unterlassene Hilfeleistung gesehen werden. Im optimalen Falle müssten Sie nach vollzogener Beihilfe den Betroffenen allein lassen. Auch wenn der Gesetzgeber in der Beihilfe zum Suizid keine Straftat sieht, drohen Ihnen als Pflegefachkraft arbeitsrechtliche Konsequenzen. Schon seit Jahren ist in der Kritik, dass die Standesordnung für Ärzte strenger ist als das Strafgesetzbuch. Hilft ein Arzt bei einem Suizid, verliert er seine Zulassung als Arzt.

Bittet der zu Pflegende trotz Verbot um aktive Sterbehilfe, müssen Sie ihm mitteilen, dass Sie sein Verlangen zwar nachempfinden können, Sie sich jedoch strafbar machen, wenn Sie seine Bitte erfüllen. Prüfen Sie, welche palliativen Möglichkeiten es gibt, seine Situation erträglicher zu gestalten.