Palliativpflege heute
Palliativpflege heuteDie wichtigsten historischen Stationen von Palliative Care

Die wichtigsten historischen Stationen von Palliative Care

Schon Konfuzius wusste vor 2.500 Jahren um die Bedeutung des Vergangenen und dass man ohne das Wissen um die Vergangenheit die Zukunft nicht gestalten kann. Das Gleiche gilt für die Hospizbewegung und Palliativmedizin. Woher stammt eigentlich die heutige Unterscheidung und Trennung zwischen Hospizarbeit und Palliativmedizin?

Wer die Vergangenheit nicht kennt,wird die Zukunft nicht verstehen(Konfuzius, 551-479 v. Chr.)

Wie entwickelte sich die hospizliche und palliative Arbeit in Deutschland? Damit Sie das Behandlungskonzept Palliative Care für Interessierte transparent machen können, erfahren Sie hier mehr über die wichtigsten Stationen zur Hospizbewegung und Palliativmedizin „von gestern bis heute“.

Begeben Sie sich auf eine kurze Zeitreise...

1967
Die englische Krankenschwester, Sozialarbeiterin und Ärztin Cicely Saunders gründet das St. Christopher's Hospice (St. Christophers Hospiz) in London. Die Gründung gilt als Wiege der modernen Hospizbewegung.
1969
Die aus der Schweiz stammende Ärztin und Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross veröffentlicht ihr Buch „On Death and Dying“. Das Buch über ihre Arbeit mit sterbenden Menschen erregt in den USA großes Aufsehen.

Klicken Sie hier!

1971
Der im St. Christopher's Hospice gedrehte Dokumentarfilm „Noch 16 Tage - eine Sterbeklinik in London“ wird in Deutschland ausgestrahlt. Dieser Film führte zur 1. öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Thema der unzureichenden Versorgung von Schwerstkranken und Sterbenden. Er weckte aber gleichzeitig auch Assoziationen von „Sterbeklinik“ - von Kritikern wurde die Hospizidee sogar als Schritt zur Euthanasie missverstanden.
1975
1. Palliativstation am Royal Victoria Hospital in Montreal (Kanada) wird gegründet. Die Station war in das Krankenhaus integriert, alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten standen den Patienten der Station zur Verfügung. Der Gründer dieses Krankenhauses, Belfour Mount, benutzte als Erster in diesem Zusammenhang den Begriff „palliative care“.
1983
Gründung der 1. Palliativstation in Deutschland. In der Chirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Köln wird auf Initiative des deutschen Paters Helmut R. Zielinski und der Kölner Ärzte Prof. Dr. Dr. Heinz Pichelmaier und Dr. Ingeborg Jonen-Thielemann die 1. Palliativstation in Deutschland gegründet. 1992 wurde die Palliativstation in das mit 15 Palliativbetten ausgestattete Dr.-Mildred-Scheel-Haus auf dem Gelände der Universitätskliniken zu Köln umgesiedelt.
1986
Gründung des 1. stationären Hospizes in Deutschland. Das Hospiz „Haus Hörn“ in Aachen wird als ein 50-Betten-Haus (zur damaligen Zeit) nach dem Vorbild des St. Christopher's Hospice in London gestaltet.
1992
Gründung des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes e. V. (DHPV). 1992 als Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz e. V., als gemeinnütziger Verein für die bundesweite Interessenvertretung der Hospizbewegung in Deutschland gegründet. Gründungsmitglieder waren engagierte Ehrenamtliche sowie Vertreter bestehender örtlicher Hospizvereine und stationärer Hospize. Informationen über den DHPV erhalten Sie unter www.hospiz.net.
1994
Gründung der deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). Informationen über die DGP erhalten Sie im Internet unter www.dgpalliativmedizin.de
2003
Zu den Ausbildungszielen im bundeseinheitlichen Altenpflegegesetz (zum 01.08.2003 in Kraft getreten) gehört nach § 3 Altenpflegegesetz (AltPflG) die Begleitung Sterbender. Im Krankenpflegegesetz vom 16. Juli 2003 (trat am 1. Januar 2004 in Kraft) werden palliative Maßnahmen als Ausbildungsziel festgeschrieben (§ 3 KrPflG).
2004
Zunehmend mehr medizinische Fakultäten in Deutschland machen Palliativmedizin zum verpflichtenden Lehr- und Prüfungsfach, insgesamt gibt es bereits 3 Lehrstühle für Palliativmedizin, weitere werden folgen. Bis heute ist die Palliativmedizin kein generelles Pflichtfach in der Medizinerausbildung.
2007
Die Bundesregierung verabschiedet durch das Gesundheitsreformgesetz mit den § 37b und § 132d im Sozialgesetzbuch (SGB) V den gesetzlich geregelten Rechtsanspruch auf Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung. Der Anspruch auf Palliativversorgung wird außerdem den Bewohnern und Bewohnerinnen in Altenpflegeheimen zugesprochen. Dies wird im neuen § 37b SGB V festgelegt.
2008
Die Spitzenverbände der Krankenkassen veröffentlichen am 29.07.2008 die „Gemeinsamen Empfehlungen zur Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) gemäß § 132d Abs.2 SGB V“ vom 23.6.2008. Damit sind nach dem Inkrafttreten der SAPV-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) am 12.03.2008 und der Vorlage dieser Empfehlungen die formalen Voraussetzungen für Vertragsabschlüsse zur SAPV nach § 132d Abs.1 SGB V zwischen Leistungserbringern und Krankenkassen erfüllt.

Hospiz und Palliative Care - 2 Begriffe, eine Haltung

Hände

Sie sehen, Hospiz und Palliativversorgung sind als Begriffe gleichen Ursprungs zu verstehen. Die moderne Hospizbewegung ist Ende der 1960er Jahren in England entstanden.

In den folgenden Jahren ist diese Idee bis nach Kanada überführt worden. Dort war allerdings der Begriff „Hospiz“ (lat. hospitium = Herberge) schon belegt durch Nichtsesshaftenheime.

Daher ist hier der Begriff „Palliativversorgung“ gewählt worden. Es leitet sich vom lateinischen „pallium“ ab, was Mantel/Umhang bedeutet. Gemeint ist die schützende und umsorgende Haltung dem Erkrankten und seinen Angehörigen gegenüber. Beide Begriffe stehen für eine ganzheitlich orientierte Haltung gegenüber dem Betroffenen und seinem sozialen Umfeld.