Palliativpflege heute
Palliativpflege heuteEntwickeln Sie Ihre Palliativkultur mit Hilfe einer Projektgruppe

Entwickeln Sie Ihre Palliativkultur mit Hilfe einer Projektgruppe

Eine wertschätzende Palliativkultur basiert auf einem Palliativkonzept, das Sie für Ihre Einrichtung entwickeln müssen. Mit einer Projektgruppe treiben Sie Ihr eigenes Palliativkonzept heran. Sie ist quasi Motor für die Umsetzung.

Zur Durchführung eines so weitreichenden Projekts ist eine gute Planung und Vorbereitung unumgänglich. Je genauer Sie als Projektleitung das Projekt planen, desto besser wird es in der Praxis gelingen. Dabei ist es optimal, dass Sie sich vorher genau mit den einzelnen Planungsschritten auseinandersetzen.

Im Rahmen einer Projektgruppe können Sie mithilfe anderer engagierter Mitarbeiter die jeweiligen Schritte genau vorbesprechen. Auch die „Absegnung“ von oben ist absolut notwendig. Von allen Planungsschritten müssen Sie die Leitung Ihrer Einrichtung unterrichten. Nichts ist so ärgerlich wie ein laufendes Projekt, dass immer wieder von außen ausgebremst wird, weil wesentliche Entscheidungen nicht von der Leitung genehmigt werden. Zudem steht und fällt ein Projekt dieser Größenordnung mit der Leitung. Steht diese hinter Ihnen, kann diese „Rückendeckung“ ungemein beflügeln.

So arbeitet Ihre Projektgruppe effektiv

Wenn Sie ein so wichtiges Projekt wie die Palliativversorgung in einer Einrichtung der Altenpflege angehen, werden Sie mehrere „Baustellen“ gleichzeitig bearbeiten. Das können Sie gut in Ihrer Projektgruppe unter den einzelnen Teilnehmern aufteilen.

Zu Beginn wird es darum gehen, Ihrer bisherigen Sterbebegleitungspraxis vorzunehmen. Schon bei dieser Analyse kann es sehr unterschiedliche Einschätzungen und Bewertungen geben.

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Daher ist Folgendes für Sie wichtig:

  • Benennen Sie die aktuelle Praxis direkt und ungeschönt.
  • Zudem ist es aber auch sinnvoll, das Ziel realistisch zu benennen.
  • Ein Pflegeheim oder Ambulanter Dienst wird kein Hospiz oder Hospizdienst. Dieser Illusion sollten Sie in der Projektgruppe nicht erliegen, da Sie bei den anderen Mitarbeitern, der Leitung und Ihren Pflegekunden falsche Hoffnungen wecken. Die dann erreichten Ergebnisse können nur enttäuschen.
  • Ebenfalls ist die gegenseitige Motivation in einem so wichtigen Veränderungsprozess sehr wichtig. Auch wenn Rückschläge, Widerstände und Grenzen sich ergeben, können die einzelnen Mitglieder der Projektgruppe sich immer wieder gegenseitig motivieren, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.

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Hospizarbeit

Palliativversorgung lebt von einer multi-professionellen Mischung der Akteure. Überlegen Sie also im Vorfeld, wie Sie am besten den Part der psychosozialen, spirituellen und medizinisch-pflegerischen Belange in Ihrer Projektgruppe abdecken können.

Dabei können für die Teilnehmer der Projektgruppe die formale Qualifikation, die Funktion in der Einrichtung und die bisher gemachten Erfahrungen mit Palliative Care oder Hospizarbeit Auswahlkriterien sein.

Vorüberlegungen zum Projektvorhaben

Bevor Sie nun mit Ihrer Idee, Absicht oder Planung konkret werden, sollten Sie sich kritisch mit Ihrem Unterfangen auseinandersetzen. Je überzeugter Sie sind, desto besser können Sie „Mitstreiter“ für Ihr Projekt begeistern und gewinnen. Ebenfalls werden Sie sicherer in Ihrer Argumentation, wenn Sie das Projekt Ihrer Einrichtungsleitung präsentieren.

Benennen Sie Ihre Absichten konkret

Nutzen Sie die Reflexionsfragen aus dem unten stehenden Muster, um zu schauen, wie konkret Sie Ihre Absicht benennen können. Ebenfalls können Sie die Fragen in einem kleinen Zirkel von interessierten Mitarbeitern besprechen, um erste Ideen zu sammeln.

Fragen, die Sie nicht beantworten können, sollen Sie dabei nicht entmutigen, sondern anspornen, sich auf den Weg zu machen, Ihre Vorstellungen zu konkretisieren. Auch laden die Fragen dazu ein, dass Sie herausfinden, was es schon alles in Ihrem Arbeitsfeld und in der Einrichtungsumwelt gibt.

Muster: Fragen, die Sie sich zu Beginn Ihres Palliativprojekts klar sein sollten
Benennen Sie die 3 wichtigsten Gründe für Ihr Projekt:1.
2.
3.
Wer profitiert von dem Projekt?
Was sind die Vorteile für die Bewohner?
Was ist die positive Außenwirkung Ihres Projekts?
Was sind die Vorteile für die Mitarbeiter?
Benennen Sie die Vorteile für die Angehörigen Ihrer Pflegekunden.
Kennen Sie schon ein umgesetztes Modellprojekt, an dem Sie sich orientieren könnten?
Wie schätzen Sie die Unterstützung der weiteren Mitarbeiter in Ihrer Einrichtung ein?
Ist Ihnen der Umfang des Projekts deutlich, und können Sie ihn beschreiben?
Benötigen Sie einen externen Fachberater für das Projekt?
Wie ist die bisherige Zusammenarbeit mit Hospizdiensten?
Kennen Sie qualifizierte Palliativmediziner?
Kennen Sie Organisationen in Ihrer Stadt, die sich mit Hospizarbeit oder Palliativversorgung beschäftigen (z. B. Hospizbewegung, Palliativnetzwerk, Palliative-Care-Team)?
Benennen Sie klar, welche Unterstützung Sie von Ihrer Leitung erwarten.
Schätzen Sie ein, wann das Projekt erste Ergebnisse zeigen wird.